Fachhochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
 
 
 

23. Juli 2013

<< zurück zur Übersicht

Gelungene Doktorarbeit: "Wieviel Realität braucht der Mensch?" - Untersuchungen zum Einfluss der Versuchsumgebung auf die Geräuschbeurteilung von Haushaltsgeräten“

Viele Faktoren beeinflussen die Wahrnehmung und Beurteilung von Geräuschen bis hin zu Lärm in einer Alltagssituation. „In psychoakustischen Laborexperimenten werden diese oft nicht ausreichend berücksichtigt“, weiß Jochen Steffens, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ISAVE. Um derartige Größen sowie ihren Einfluss zu bestimmen, hat er in seiner kooperativen Promotion mit der TU Berlin Probanden-Experimente in Versuchsumgebungen mit unterschiedlichen „Realitätsgraden“ durchgeführt. Das Ergebnis: Bestanden – und zwar mit summa cum laude. Im Beisein seines Zweitprüfers, Prof. Dr.-Ing. Jörg Becker-Schweitzer, Professor für Schwingungstechnik und Physik am Fachbereich Medien, erhielt er jüngst von der TU in Berlin seine Doktorurkunde.

Als Untersuchungsobjekte hat Steffens Haushaltsgeräte (Wäschetrockner, Waschmaschinen und Kühl-Gefrierkombinationen) ausgewählt. Unter anderem eröffnete der heute 32-Jährige 2011 für sechs Wochen an der FH Düsseldorf einen Waschsalon, in den er Mitarbeiter und Studierende zum Waschen und Trocknen der eigenen Wäsche einlud und damit eine alltagsnahe Wahrnehmungssituation herstellte.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass die Geräusche der Haushaltsgeräte von den Versuchsteilnehmern in realitätsnahen Umgebungen als angenehmer beurteilt werden. Dies ist vor allem auf den großen Einfluss von Aufmerksamkeitsprozessen sowie der visuellen Wahrnehmung zurückzuführen. „Zudem lassen die Studien erkennen, dass gerade in rein akustischen Laborumgebungen Geräuschereignisse zum Teil nicht korrekt identifiziert und somit im Vergleich zu alltäglichen Situationen schlechter bewertet werden“, erklärt Steffens.

Die Erkenntnisse aus seiner Arbeit helfen Ingenieuren und Designern, technische Geräte in Hinblick auf ihr akustisches Erscheinungsbild gezielt zu gestalten, indem die potenziellen Kunden alltagsnah in den Produktentwicklungszyklus einbezogen werden.

Steffens selbst ist die FH Düsseldorf vertraut. Von 2001 bis 2007 hat er am Fachbereich Medien Ton- und Bildtechnik studiert und arbeitet seit 2007 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Psychoakustik und Sound Design. Jetzt plant er einen Aufbruch zu neuen Ufern: „Ich möchte gerne als Post-Doktorand 2014 für ein Jahr an die McGill-Universität nach Montréal in Kanada gehen“, sagt er. Eine Einladung des dortigen Instituts liegt ihm schon vor. Und wer weiß, vielleicht kommt ein Stipendium ja auch schon bald …


Ein strahlender Doktorand: Jochen Steffens mit Erstprüferin Prof. Dr. Brigitte Schulte-Fortkamp von der TU Berlin, seinem Zweitprüfer, Prof. Dr.-Ing. Jörg Becker-Schweitzer von der FH D und dem Vorsitzenden des Promotionsausschusses, Prof. Dr. Michael Möser von der TU Berlin. Foto: privat

FH Düsseldorf
18.12.2014 - 09:54

Suche >>
Impressum >>

Anmelden >>