Fachhochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
 
 
 

14. März 2014

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Kick-Off Meeting des neuen Forschungsschwerpunkts "NutzerWelten" an der FH Düsseldorf

"Den Nutzer in den Mittelpunkt stellen und innovative gestalterisch-technische Lösungen für Menschen mit Demenz entwickeln" - Dieses Ziel verfolgt der Forschungsschwerpunkt NutzerWelten an der FH Düsseldorf.
Am 10. März begrüßten die Professoren Manuela Weidekamp-Maicher und Christian Geiger als Sprecher des Forschungsschwerpunkts die Kooperationspartner des Vorhabens an der FH Düsseldorf und stellten die geplanten Aktivitäten vor. In der Veranstaltung erläuterte das Team der FH Düsseldorf den Gästen das Vorhaben und diskutierte mit den Kooperationspartnern das weitere Vorgehen. Zu den ersten Bausteinen gehört die Durchführung von zwei Vorstudien in den Bereichen „Sicherheit“ und „Kommunikation“. Es wird zudem am Aufbau einer Kommunikationsplattform gearbeitet, die allen Beteiligten als auch weiteren Interessierten Einblick in die Tätigkeit und mittelfristig in die Ergebnisse der Forschung geben wird. Darüber hinaus will das Konsortium nicht nur die bereits geplanten Aufgaben umsetzen, sondern auch weitere gemeinsame Forschungsaktivitäten planen und realisieren.

Da die Anzahl demenzkranker Menschen in den kommenden Jahrzehnten auch in Deutschland signifikant steigen wird, ist es erforderlich, nach innovativen Lösungen zur Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen und ihrer Familie zu suchen. Hierzu zählen insbesondere Maßnahmen zur Entlastung der pflegenden bzw. betreuenden Angehörigen sowie Möglichkeiten zur Verbesserung der Selbständigkeit und der Lebensqualität von Menschen mit Demenz. Von besonderer Wichtigkeit für die Betroffenen ist der möglichst lange Verbleib in der eigenen Häuslichkeit, der in der Regel auch dem Wunsch der Angehörigen entspricht. Wie kann Technik zur Unterstützung der genannten Ziele beitragen?

"Das besondere Merkmal in unseren Arbeiten soll die Entwicklung eines nutzerzentrierten Entwurfsvorgehens sein, bei dem wir die beteiligten Personen direkt an der Gestaltung von sozio-technischen Lösungen teilhaben lassen wollen. Das bedeutet, dass wir z. B. Betroffene zu Hause besuchen um ihre Lebenswelt besser zu verstehen und mit Ihnen zusammen Lösungen für ihre Probleme entwickeln wollen", erläutert Christian Geiger, Professor für Mixed Reality und Visualisierung, den besonderen Fokus von NutzerWelten. Den Nutzer ernst nehmen und ihn als Mitentwickler der technischen Lösungen – trotz bzw. auch gerade wegen seiner Erkrankung – in den Prozess einzubeziehen, stellt eine zentrale Idee des neuen Forschungsschwerpunktes dar.

Dabei wird es nicht nur darum gehen, neue Lösungen zu entwickeln, sondern auch darum, bereits bekannte Technologien, z.B. Technologien zur Gewährleistung von Sicherheit, zu überprüfen. Von besonderer Wichtigkeit ist die Frage, ob technische Lösungen die Lebensqualität der Betroffenen verbessern und die pflegenden Angehörigen in ihren Tätigkeiten entlasten. „Bisher wissen wir sehr wenig über die erwünschten als auch unerwünschten Effekte von Technik auf die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen. Welchen Nutzen haben sie davon? Hat Technik auch „Nebenwirkungen“, die bisher nicht untersucht wurden? Und wie kann man den künftigen Nutzer in die Entwicklung so einbinden, dass er von den Ergebnissen später tatsächlich profitiert?“ Diesen Fragen wollen wir in zwei Vorstudien des Projektes nachgehen“, so Manuela Weidekamp-Maicher, Professorin für Soziologie der Lebensalter an der FH Düsseldorf.

Menschen mit Demenz als Mitentwickler technischer und gestalterischer Lösungen einzubeziehen bedeutet, sich auf eine Reihe von Herausforderungen einzulassen, die nur in einem interdisziplinären Team erfolgreich behandelt werden können. Und es bedeutet gleichzeitig, den Blick auf andere Disziplinen zu weiten, die nicht unmittelbar mit Technik, sondern mit der Gestaltung der materiellen Umwelt und den vielen materiellen – auch technischen - Objekten etwas zu tun haben. Auf diese Herausforderungen freut sich das aus Expertinnen und Experten der Fachbereiche Medien, Sozial- und Kulturwissenschaften, Elektrotechnik und Design bestehende Team, das gleichzeitig durch ein Netzwerk von wissenschaftlich als auch praktisch tätigen Kooperationspartnern unterstützt wird.
Der Forschungsschwerpunkt NutzerWelten hat eine Laufzeit von 2014 bis 2018 und wird aus Mitteln des Programms FH-STRUKTUR durch das MIWF NRW gefördert.

Ansprechpartner des Forschungsschwerpunkts „NutzerWelten“ sind:
• Prof. Dr. Christian Geiger, Mixed Reality & Visualisierung, FB 5, (Sprecher)
• Prof'in Dr. Manuela Weidekamp-Maicher, Soziologie der Lebensalter, FB 6, (Sprecherin)

Weitere beteiligte Fachgebiete:
• Prof. Anton van der Laaken, Gestaltungslehre, FB 2
• Stv. Prof'in Anja Vormann, Audiovisuelles Design, FB 2
• Prof. Dr. Wolfgang Lux, Software-Engineering, FB 3
• Prof. Dr. Ulrich Schaarschmidt, Embedded Systems, FB 3
• Prof. Dr. Manfred Wojciechowski, Web Engineering, FB 5
• Dr. Alina Huldtgren, Mixed Reality & Visualisierung, FB 5

Zu den Kooperationspartnern aus der Wissenschaft gehören: Fraunhofer FIT (St. Augustin), Fraunhofer ISST (Dortmund), Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) am Standort Witten, OFFIS Oldenburg.

Kooperationspartner aus der Praxis sind: Demenz-Servicezentrum Region Düsseldorf, Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW, Wohnberatungsstelle der Stadt Düsseldorf, LVR-Klinikum, Abteilung Gerontopsychiatrie (Prof. Dr. Supprian), Velamed GmbH


Kooperationspartner aus Wissenschaft und Industrie: Vordere Reihe von links nach rechts: Prof. Dr. Christian Geiger, Stv. Prof. Anja Vormann, Silke Lua, Dr. Alina Huldtgren, Prof. Dr. Weidekamp-Maicher, Jutta Giersch, Prof. Dr. Tillmann Supprian, Elke Duscher; Hintere Reihe von links nach rechts: Dr. Marco Eichelberg, Dipl. Inform. Sven Meister, Prof. Dr. Wolfgang Lux, Prof. Dr. Manfred Wojciechowski, Prof. Ton van der Laaken, Christiane Sieger, Thomas Schulte, Mirco Kern, Leandro Rojas-Peña, Oliver von Fragstein, Prof. Dr. Martina Roes, Tobias Loop, Prof. Dr. Ulrich Schaarschmidt

FH Düsseldorf
23.12.2014 - 11:09

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