Fachhochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
 
 
 

6. Februar 2015

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Werkschau 2015 – Ausstellung der Abschlussarbeiten am Fachbereich Design

Ein Höhepunkt im jährlichen Kulturkalender der Landeshauptstadt: Zum Ende des Wintersemesters 2014/2015 öffnete der Fachbereich Design traditionell für drei Tage seine Pforten und erlaubte Blicke hinter die Kulissen der aktuellen Gestalter-Szene. Vom 5. bis 7. Februar präsentierten die frischgebackenen Absolventinnen und Absolventen ihre vielversprechenden Abschlussarbeiten.

Abgefahren
…das sind sicherlich viele der Design-Projekte, aber der Titel von Veronika Rüdts Bachelor-Arbeit verweist auf ein ernsteres Thema: Sie hat ein Porträtbuch über die Düsseldorfer Bahnhofsmission verfasst. Als studentische Aushilfe hat sie die vielfältigen Aufgaben dieser Einrichtung – neben sozialen Tätigkeiten auch unbekannteres wie Quartierarbeit, Kunst- und Kulturveranstaltungen oder Kinderbetreuung – seit vielen Jahren intensiv kennengelernt und sich entschieden, diese einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. „Dabei deutet der Titel meiner Arbeit nicht nur darauf hin, dass man in der Mission täglich ‚abgefahrene‘ Geschichten erlebt, sondern auch auf den Zug, der ‚abgefahren‘ ist, und dies durchaus in doppeldeutiger Hinsicht“, gibt die Absolventin zu bedenken. Denn ihr Porträtbuch soll auch – in einer ersten Auflage von 300 Exemplaren – dazu genutzt werden, die Fundraising-Maßnahmen für stets dringend benötigte Hilfsgelder zu unterstützen. Kombiniert wird das Buch zudem durch eine App, die zusätzliche Informationen zur Historie der Bahnhofsmission oder Video-Interviews enthält.

Interviewbuch zum Neubau der FH
Interviews zu einem anderen, für die Hochschule bedeutsamen Thema, hat Viktoria Merkulova zusammengetragen. Als Studentin hat sie seit einigen Semestern das Team des Hochschulradios unterstützt und sich dem Neubau der FH journalistisch genähert. In Interviews mit Studierenden, Beschäftigten, aber auch Personen aus dem öffentlichen Leben hat sie so in einem gestalterisch ans neue Corporate Design angepassten Layout eines der ersten Porträts der neuen Hochschule gezeichnet. Und so lautet denn auch der Titel ihrer Publikation: Hello HSD, tschö FH D.

Heimliches Tabuthema Adoption
Mit diesem wiederum ernsteren Thema hat sich Marie-Kristin Greb auseinandergesetzt. Kinder, die adoptiert wurden, wissen oft nichts von der Adoption und Eltern sind verunsichert, wann und wie sie es ihren Kleinen erklären sollen. Durch eine Adoption in ihrer Familie hat die Absolventin daher eigene Erfahrungen mit dem Thema gemacht und diese in einem selbst erdachten, geschriebenen und illustrierten Kinderbuch verarbeitet. „Mit dieser Geschichte will ich Hilfestellungen geben und das Selbstbewusstsein stärken“, erklärt Greb. Sprachlich anschaulich und liebevoll gestaltet, ist das Vorlesebuch darüber hinaus eingebettet in eine ebenfalls von ihr entwickelte Imagekampagne, die sie „Herzenskinder“ genannt hat, um zu unterstreichen, dass adoptierte Kinder zwar nicht aus dem Bauch der Mutter kommen, aber genauso wie leibliche in jedem Fall aus dem Herzen.

Formen und Material – Außergewöhnliche Exponate im Bereich Schmuckdesign
Auch im Bereich Applied Art and Design sind wieder eine Reihe außergewöhnlicher Produkte entstanden, die sich auf die unterschiedlichsten und innovative Weisen mit Formen und Materialien beschäftigen. Felicia Mülbaier etwa hat ausgehend von kontrollierten Zufallsbildern aus Ölfarbe experimentelle Objekte aus Stahlwolle geschmiedet. Das Besondere: Die zwar in ihrer Form graziösen, aber doch materiell bleischwer scheinenden Objekte sind mit einem Gewicht von 190 Gramm genauso leicht wie die Ausgangsbilder auf Papier. „Stimmungsbilder“ hat ihre Kommilitonin Anne Wever eingefangen. Aus Objekten, die sie an Kindheitserlebnisse, insbesondere an Besuche auf einem Bauernhof in der Nähe ihrer Großeltern, erinnerten, hat sie collageartige Ketten gestaltet, die Geschichten aus der Vergangenheit erzählen, aber auch besondere damit verbundene Stimmungen widerspiegeln. In ihrer Gesamtheit bilden die gesammelten Gegenstände aber zugleich eine faszinierende und sehr persönliche Erinnerungs-Installation.


Veronika Rüdt hat in ihrer Bachelor-Arbeit ein Porträtbuch über die Düsseldorfer Bahnhofsmission zusammengetragen.



Marie-Kristin Greb setzte sich mit dem Thema Adoption auseinander und hat ein Vorlesebuch sowie eine Imagekampagne konzipiert.



Hello HSD, tschö FH D – mit diesem Interviewbuch verabschiedet sich Viktoria Merkulova von der alten Hochschule.


Felicia Mülbaier hat experimentelle Objekte aus Stahlwolle geschmiedet.



Anne Wever hat in ihrer Arbeit „Stimmungsbilder“ aus der Kindheit eingefangen. Fotos (5): Michael Kirch

FH Düsseldorf
24.04.2015 - 15:45

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